Lieblingsplatz: Zum Wohl. Die Pfalz.

Neulich fragten mich meine Bloggerfreundinnen, wo denn mein Lieblingsplatz sei. Ich hätte antworten können: Auf der Fähre von Manly nach Downtown Sydney an einem schönen, frühen Sommermorgen auf dem Weg zur Arbeit. Es hätte aber auch einer der herrlichen Strände an den sogenannten Northern Beaches in New South Wales sein können. Oder meine eigene Terrasse mit Blick auf das gegenüberliegende Tal, meine kleine Familie um mich herum. Das alles sind in der Tat meine Lieblingsplätze – hier in Down Under.

St-Martin-und-Hambacher-SchlossAber wenn ich ganz tief in mich hineinhorche, wo ich mich immer und immer wieder freue an ein und demselben Ort zu sein und auch gerne dahin zurück zukehren möchte, dann ist es: Die Pfalz. Um genauer zu sein, die Vorderpfalz. So nennt man den Teil des Oberrheins bis hin zur Haardt. Hier habe ich meine Kindheit und Jugend verbracht und zum ersten Mal Wurzeln geschlagen. Meine ersten Ausflüge in die Natur führten mich kreuz und quer durch den Pfälzer Wald, ins Dahner Felsenland, zum Ungeheuersee, auf echte Burgen und schließlich zur Wiege der deutschen Demokratiebewegung aufs Hambacher Schloss (Ok, die Südpfalz ist auch nicht schlecht!).

Später habe ich brav den Weinfestkalender abgearbeitet, ausgewählt nach dem schönsten Ambiente (Freinsheim, Deidesheim, Gimmeldinger Mandelblütenfest und Wachenheimer Burgfest) und dem besten Wein. Das Pfälzer Klima ist sehr angenehm: feucht und mild. Feigenbäume, Pinienbäume und Olivenbäume sind in der Pfalz keine Seltenheit. Die Freundlichkeit und Ehrlichkeit der Menschen begeistern mich immer wieder – obwohl der Dialekt, selbst für mich, immer gewöhnungsbedürftig bleiben wird.

Meinem Mann fiel es nicht schwer, meine Liebe für dieses kleine Stück Deutschland zu teilen. Die Pfälzer sind Genussmenschen, das ist ihm sofort aufgefallen und schnell erfolgte eine Assimilation seinerseits. Unsere Hochzeit feiern wir in Deidesheim. Die Sonne scheint das ganze Hochzeitswochenende und wir verlassen nach einer ausgelassenen Party unser Fest bei Sonnenaufgang über die sanfte Weinrebenlandschaft. Klingt kitschig – war aber so.

Meine neuesten Entdeckungen sind die neuen jungen Winzer, genannt Generation Riesling. Die Weingüter haben sich dem Trend der neuen deutschen Gourmetküche nicht entzogen und laden am Wochenende zum Probieren ein:

Und wenn ich weiterziehe, wohin auch immer mich mein Leben gerade verschlägt, gönne ich mir einen Trollschoppen, so nennt man den letzten Schoppen, bevor man ein Fest verlässt mit der Sicherheit: Hierhin komme ich wieder zurück.

Autor: Melanie Blankenstein
Foto: Karlfried Becker

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