Feng Shui im Freundeskreis

Wie hält man Freundschaften über Zeit, wenn man sich selbst in eine andere Richtung entwickelt? Wie viele Freunde „braucht man“, kann man pflegen? Verändert sich eine gute Freundschaft, wenn zum Beispiel einer Vater wird und der beste Kumpel nicht? Hält sie oder fliegt sie aufgrund unterschiedlicher Interessen auseinander? Wir haben beobachtet, dass sich in unseren Freundeskreisen viele diese Fragen stellen. Habt Ihr Antworten, wie man es gut hinkriegt?

Runde Geburtstage sind zum Feiern da – aber mit wem? Und ohne wen? Kennt Ihr die Frage: „Kommt Eberhard denn nicht?“ und die, irgendwie gestammelte, Antwort: „Äh, das hat sich nicht ergeben, aus den Augen verloren“, oder so ähnlich. „Ich habe mir abgewöhnt“, betonte kürzlich ein Freund vehement, „Leute einzuladen, weil sie auch früher auf meinen Partys waren.“ Wenn es nicht mehr passt“, ergänzte – nennen wir ihn – Harald, „dann ist das eben so“. Harald findet gerade Geburtstagspartys eignen sich hervorragend für Feng Shui im Freundeskreis.

freundschaftErst war ich ein bisschen schockiert. Und doch wusste ich natürlich sofort, wovon er sprach. Nicht nur wir selbst verändern uns im Laufe des Lebens. Die Freunde eben auch. Manchmal entwickelt jemand zum Beispiel eine Leidenschaft für exotische Fernreisen, während man selbst gerade diverse Family-Hotels im Umkreis von maximal zwei Flugstunden unter die Lupe nimmt. Muss deshalb aber die Freundschaft enden?

Manche Menschen fressen auch plötzlich (?) immer mehr Zeit auf. Werden umständlicher, mitteilsamer. Nehmen wir uns einfach zu wenige „Zeitfenster“, um ein heutzutage beliebtes Wort zu benutzen?

Kennt Ihr das? Man will einen lieben Menschen anrufen, weiß aber gleichzeitig: Dieses Gespräch wird ewig dauern. Und schon verschiebt man das Telefonat – auf den St. Nimmerleinstag. Aber einfach nicht mehr anrufen, ist das die Lösung?

Ich gebe zu, manche Bekanntschaften würde ich gern kappen. Einfach, weil mir die Zeit fehlt.Nur wie geht das ohne Bauchschmerzen? Können Männer das besser als Frauen? Oder sind Frauen sogar gnadenloser? Eine Bekannte von mir war berühmt-berüchtigt dafür, in ihrem Freundeskreis aufzuräumen. Agierte jemand anders als ihr lieb war, hieß es, verkürzt gesagt: aus die Maus. Ein hochintelligente Frau zum Fürchten; ich selbst wurde zweimal Zeuge dieser krassen Abnabelungstechnik.

Wir möchten von Euch wissen: Wie pflegt Ihr Euren Freundeskreis? Habt Ihr Empfehlungen dafür, wie man Kontakte (nett) auslaufen lässt? Ist nett überhaupt nötig? Funktioniert das nur in der Großstadt: Aus den Augen, aus dem Sinn? Ist Feng Shui im Freundeskreis auch eine Sache bestimmter Lebensabschnitte?

Blogs sind ja keine Einbahnstraße. Deshalb bitte her mit Euren Vorschlägen und Anregungen. Wir freuen uns auf Eure Kommentare.

Oder schreibt gern ausführlicher an: ohfamoos@gmail.com

Text: Elke Tonscheidt

Foto: pixabay

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