Das Leben nach der Arbeit … ein Neubeginn!

Es wird viel davon geredet: Von diesem angeblichen (und für manche auch realen) Loch, in das man am Ende des Berufslebens fallen könnte. Gastautor Dieter Fuchs hält davon gar nichts und plädiert für das echte zweite Leben, einen Neubeginn!

Der Job geht zu Ende, und dann? Manche sind gedanklich von der vermeintlichen Leere wie hypnotisiert, bald nicht mehr gebraucht, ohne Einfluss, ohne professionelle Wertschätzung der eigenen Leistung zu sein. Jenen, die eine höhere Position bekleideten, könnte auch langsam klar werden, dass sie bald nicht mehr so im Rampenlicht stehen werden. Das oft kräftig angeschwollene Ego bekommt dann langsam Sprünge. Anderen wiederum schwant: Ein vorgegebenes, geregeltes und jahrelang eingeübtes Zeitgerüst wird wegbrechen.

Muss man plötzlich alles ganz alleine für sich organisieren? Nein, man darf!

Wie kann es sein, dass diese wundervollen Möglichkeiten oft als ein Problem angesehen werden? Oder dass viele in einen öden Trott vor der Glotze und zunehmende Lethargie verfallen? Jene Glücklichen, die finanziell abgesichert mit dem Eintritt in den Ruhestand frei über ihre Zeit verfügen können, sollten sich bewusst sein, welches Privileg dies darstellt – denn viele andere müssen weiterarbeiten, durchhalten oder ins soziale Netz fallen!

Wem das Glück vergönnt ist, im nach der Berufsphase beginnenden neuen Lebensabschnitt etwas Neues, etwas ganz Anderes angehen zu können, der sollte diese Chance sehr bewusst begreifen, schätzen, nutzen und genießen!

Viele tun dies. Engagieren sich ehrenamtlich, setzen die noch frischen und gereiften beruflichen Erfahrungen beratend ein, unterstützen andere – und geben so etwas zurück an die Gesellschaft, die ihnen selbst viel gegeben hatte

Ich plädiere für diesen Weg: Den des völligen Neubeginns. Glücklich können sich jene preisen, die schon früh begonnen haben, sich ein Interessensgebiet fernab des eigentlichen Berufs zu suchen. Vielleicht in der Kunst, in der Geschichte oder in kreativen Bereichen, wo sie etwas entdeckten, was einen perfekten Ausgleich zur Arbeit bot. Während der Berufsphase blieb hierfür vielleicht nur wenig Zeit und Raum – aber selbst auf einer kleinen Basis lässt sich aufbauen. Mit der richtigen Einstellung.

Ich selbst hatte so schon vor Jahrzehnten meine Liebe zur japanischen Kunst entdeckt, speziell zu Objekten, die auch eine historische, gesellschaftliche und manchmal auch magische Komponente in sich trugen. Gürtelknebel (Netsuke), Amulette oder Talismane aus Japan und China, mit Motiven aus der gesamten Kulturvielfalt dieser Länder.

Ein faszinierendes Hobby, das reiche Möglichkeiten bot, in fremde, unbekannte Bereiche vorzustoßen.

Sei es durch Reisen, Museumsbesuche, eine kleine eigene Sammlung und – vor allem – das Studium der Fachliteratur und erste eigene Notizen und Aufzeichnungen.

Ein Neubeginn, was kann schöner sein?

Ich habe so auch meine unterschwellig immer vorhandene, aber im Arbeitsalltag tief vergrabene und vernachlässigte Liebe zur Literatur und zum Schreiben wiederentdeckt und nun, im Ruhestand, endlich voll belebt. Was kann schöner sein, als sich ästhetisch ansprechenden Objekten zu widmen und hierüber zu einer intellektuell anregenden sowie kreative Freiräume bietenden neuen Tätigkeit zu finden?

Mein Leben danach erscheint mir inzwischen genauso erfüllt und in jeder Hinsicht befriedigend, wie früher meine berufliche Beschäftigung im Bereich der technischen Forschung und Entwicklung.

Zwei Welten, weit voneinander entfernt. Und genau deshalb nun so herrlich frisch!

Der Dialog mit anderen Schriftstellern, Künstlern und Kunsthistorikern sowie die ehrenamtliche Mitarbeit beim Freien Deutschen Autorenverband FDA und beim Literatur Radio Bayern erschließen neue spannende Freundeskreise. Das Zusammenwirken mit Verlagen und Lektoren erweitert das bisherige Fachwissen. Die intensive Nutzung der Sozialen Netzwerke und die Kooperation mit Bloggern und Themengruppen vervielfachen die persönlichen Kontakte und bereichern den Horizont auf wunderbare Weise.

Jeder hat es selbst in seinen Händen, und je frühzeitiger man sich mit dieser Frage beschäftigt, umso besser.

Denn wer weiß, ob später die Kraft und der Elan für einen absoluten Kaltstart ausreichen. Aber mit etwas Voraussicht kann jeder das für ihn Passende und Richtige finden und mit Engagement und Freude zu etwas wirklich Erfüllendem auszubauen:

Zu einem echten zweiten Leben!

Dieter R. Fuchs schreibt unterhaltsame Romane, deren Handlungen oft um asiatische Antiquitäten kreisen. In den Genres Kunstromane, Historische Romane, Magische Thriller und Urban Fantasy Romane fühlt er sich besonders zuhause, aber auch Kurzgeschichten, Essays und Lyrik bereichern seine im Ruhestand entwickelten schriftstellerischen Ambitionen.

Seinen Debut-Roman „Der Tanz der Häsin“ stellten wir bei ohfamoos bereits vor.

Seine Autorenseite bei Facebook findet Ihr hier:
https://www.facebook.com/dieterrolffuchs/

Fotos: unsplash Michael Barth, Lin Mei

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