Was tun, wenn der Job nervt?

Cornelia ist unsere Arbeitsmarkt-Kennerin und Coach für Menschen, die ihr Arbeitsfeld verändern wollen. Oder müssen. Ein echter Profi. Sie weiß: Wenn der Job nervt, dann muss man etwas tun. Aber was?

So liest man auf ihrer Webseite, dass das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) herausgefunden hat, dass von rund 3,5% Jobwechslern im Jahr fast jeder Zweite von selbst geht (die anderen müssen!). Und dass ein höheres Gehalt noch immer einer der Hauptgründe für die Kündigung ist. Cornelia weiß aber auch: Wenn jemand ernsthafte und begründete Zweifel hat, beim richtigen Arbeitgeber zu sein, dann muss man eine Wahl treffen: change it, leave it oder love it.

Sich über seine Motive im Klaren sein, denn Jammern hilft nicht! 

Hier ein Beispiel: Du denkst schon länger, dass Deine Leistungen einige hunderte Euro mehr wert sind als Du verdienst. Und in den letzten Gehaltsrunden bist Du mit der Begründung „Das ist im Moment nicht drin“ leer ausgegangen. Wenn nicht Dein Team so klasse wäre, Dein Job nicht echt Spaß machen würde und die weltweiten Messebesuche Deiner Reiselust nicht so gut täten, dann hättest Du Dir schon längst einen neuen Job gesucht!

Laut Cornelia hast Du folgende Optionen:

  1. Love it! Oder: Augen zu und durch?

Durch schon, aber „Augen zu“ ist keine Option, die Cornelia empfiehlt! Stattdessen solltest Du entschieden und sehenden Auges den Verzicht in Kauf nehmen und das Gute bewusst wertschätzen! Wie das geht?

Cornelia findet das Bild der Waage in schwierigen Entscheidungssituationen hilfreich: Auf der einen Seite der Preis, auf der anderen der Nutzen. Welchen Preis bist Du bereit zu zahlen? Und ist der Nutzen dann entsprechend höher? In unserem Beispiel: Ist es Dir es wert, das gute Team und die tollen Reisen für einige hundert Euro mehr aufzugeben? Eine Reisetätigkeit für einen neuen Arbeitgeber kann man vielleicht noch sicherstellen (als Teil der Aufgabenbeschreibung). Aber ein fantastisches Team, das man gerne führt, mit dem man sich weiterentwickeln kann, das ist eine große Unbekannte bei einem neuen Arbeitgeber.

  1. Leave it! Oder: Auf zu etwas Neuem anstatt weg vom Alten!

Es macht tatsächlich einen Unterschied, ob eine Kündigung ein Fluchtreflex ist oder eine Entscheidung, weil man sauber mit dem alten Job abgeschlossen hat!

Bleiben wir bei unserem Beispiel der vertrösteten Gehaltserhöhung. Du hast Dich um gute Verhandlungen bemüht, aber ohne Erfolg. Jetzt reicht es Dir und Du kündigst – aber bitte nimm Deine Enttäuschung nicht mit. Schließ’ damit ab, bevor Du eine neue Stelle annimmst. Ansonsten begleiten Dich Deine negativen Erfahrungen und führen womöglich zu einer Habachtstellung beim neuen Arbeitgeber, die dieser nicht verdient hat. Stattdessen verankere  die positiven Erfahrungen, die Du machen konntest, also jene, welche die Bahn für den neuen Job frei gemacht haben. Außerdem –verlasse Deinen alten Arbeitgeber möglichst erhobenen Hauptes!

  1. Change it! Oder: Wachse an Deinen Herausforderungen!

Wahrscheinlich die kniffeligste Aufgabe. Bleiben wir nochmal bei unserem Teamleiter und dessen Unzufriedenheit über die längst fällige Gehaltserhöhung. Du möchtest eigentlich gerne bleiben. Job und Team sind klasse. Wie also die Aspekte, die Dich stören, ändern?

An dieser Stelle wirst Du Dich Deiner Arbeitssituation tiefer widmen müssen. Die Ursachen analysieren. Sind sie womöglich in Deiner Gesprächsführung, Deinem Verhandlungsgeschick, Deiner Beziehungsqualität mit der Führungskraft oder tatsächlich „nur“ im Personalkostentopf Deines Arbeitgebers zu finden? An welcher Stellschraube kannst Du wie drehen?

Zweite Möglichkeit: Wenn es, wie oben skizziert, keine Stellschraube gibt, könntest Du intern die Stelle wechseln? Und wie könntest Du das erwirken und dabei Deine Ziele erreichen?

Das Internet ist voll mit Expertentipps. Cornelia rät:

Mach’ Dich schlau, identifiziere die für Dich vielversprechenden Schritte und mache sie!

Sie empfiehlt allerdings auch einen Sparringspartner zu finden! Das kann ein Kollege oder Freund sein, der eine ähnliche Situation schon gemeistert hat. Hole Dir Feedback. Tausch’ Dich über Deine Strategie aus, übe ein anstehendes Gespräch. Oder buch’ einen Kurs, ein Seminar, einen Coach. Lass’ Dich professionell unterstützen – es gibt vielfältige Angebote zur Gesprächsführung, zum Finden innerer Klarheit, zum Überwinden von Glaubenssätzen etc.

Es ist in jedem Fall besser aktiv zu werden und die Dinge in die Hand zu nehmen.

Du hast  im Grunde nichts zu verlieren diesen Versuch noch zu unternehmen. Und wenn er nicht zum gewünschten Ziel führen sollte: leave it! oder love it! bleiben als Optionen. Keine Option ist es jedoch, über einen langen Zeitraum in einer Situation zu verharren, die unwirsch macht. Die Verantwortung zur Wende liegt immer: bei Dir!

Für mehr Info zu Cornelia und ihrer Arbeit klick’ bitte hier

Fotos: privat/pixabay

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