Wie das Reisen dein Leben verändert

Jeder kennt das Sprichwort „Wenn jemand eine Reise tut…“, aber meist kommt man zurück und hat nicht nur viel zu erzählen, sondern es hat sich Einiges verändert. Nach über sechs Monaten in Australien, Neuseeland und Thailand und einigen kleinen Zwischenstopps liegt es nahe, dass man nicht als der wiederkommt, als der man gestartet ist. Deshalb möchte ich – Jonas von JourneyBook – meine drei positiven und auch drei negativen Erkenntnisse über das Reisen mit dir auf ohfamoos teilen.

PRO REISEN

Menschen machen den Unterschied

Insbesondere wenn man allein unterwegs ist, sind es die Menschen, die einem begegnen – ob Locals oder andere Reisende – und die eine Reise besonders machen. Ob es ein Geheimtipp für den nächsten Ausflug oder eine ungewöhnliche Lebensgeschichte ist. Wenn du in Kontakt mit anderen Menschen kommst, entsteht der „Blick über den Tellerrand“ und dafür ist eine Reise die optimale Gelegenheit. Alleine-Reisen hat noch einen weiteren Effekt: Unterwegs lernst du Verantwortung zu übernehmen für das, was du machst und was du noch machen möchtest. Gleichzeitig ist es befreiend, das zu tun wonach einem ist und dorthin zu gehen wohin man möchte. So gesehen ist „alleine-Reisen“ etwas Wunderbares und Lehrreiches. Dabei habe ich es so erlebt, dass man so gut wie nie alleine ist, wenn man es nicht wirklich darauf anlegt.

Weniger ist mehr

So lautet die oberste Regel beim Packen für dein Abenteuer. Das schont deinen Rücken beim Tragen des Gepäcks. Auch wenn es an das Erleben geht, ist es gut nicht zu viel zu planen. Wenn wenig geplant ist, schaffst du Freiraum für Unerwartetes und lernst gelassen mit neuen Situationen umzugehen. Das ist sicher etwas wofür man sich überwinden muss, aber es lohnt sich los zu lassen und dadurch eigene Grenzen zu überwinden. Dies wird dich auch nach deiner Reise begleiten.

Dass meist weniger mehr ist, solltest du auch bei der Menge der Orte und Aktionen beherzigen. Trau dich ab und zu ein “Slowtraveler” zu sein. Sonst läufst du Gefahr einen Burnout zu kriegen, wenn du jeden zweiten Tag in einer anderen Klimazone aufwachst. Genieße ruhig mal den Moment und atme durch – da wo du gerade bist.

“In Deutschland ist nicht alles schlecht”

Hoffentlich geht es dir nicht so, oft ist es aber Teil von uns „typischen Deutschen“. Stell dir vor, der Bus kommt nicht exakt pünktlich sondern fünf Minuten später – und schon brechen der Plan und damit die ganze Welt zusammen. Dies ist einerseits ein Aufruf für mehr Gelassenheit, aber vor allem auch eine Erkenntnis während der Reise, die dich sicher begleitet wenn du zurück in deiner Heimat bist. Du lernst Dinge zu schätzen – ob fließendes und trinkbares Leitungswasser, das sorgenfreie und geregelte Gesundheitssystem oder auch die einfache Kommunikation dank landesweiter Internetverbindung. Oft sind es noch die kleine Dinge, die dir vielleicht erst auffallen, wenn du wieder zurück in Deutschland bist. Insgesamt also ein wichtiger und positiver Effekt vom Reisen – dein Blick auf das Leben um dich herum verändert sich und so kannst du jeden Tag positiv und mit Wertschätzung beginnen.

CONTRA REISEN

„Auf der anderen Seite des Zaunes ist das Gras immer grüner“ (Englisches Sprichwort)

Hab ich tatsächlich 15€ mehr für die Busfahrt ausgegeben, als der andere Reisende? Vorgestern hätte ich den Ort noch bei Sonne, statt jetzt bei Regen, sehen können? Wäre ich nur etwas weiter gewandert – hundert Meter weiter wäre eine einsame und wunderschöne Strandbucht gewesen, die nicht von Touristen überfüllt gewesen wäre? Die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Wenn du während deiner Reise unglücklich werden möchtest, hör dir einfach von anderen Reisenden an, was du alles für mehr Geld, regnerischer oder gar nicht gesehen hast. Es wird immer Orte geben, die du neu entdecken oder auch bei anderem Wetter sehen kannst. Konzentriere dich lieber auf die schönen Dinge die du gesehen und erlebt hast. Das heißt aber nicht, dass Tipps von anderen Reisenden nicht oft Gold wert sind. Achte darauf dich nicht ständig zu vergleichen. Sonst kann es passieren, dass deine wunderschönen Reise-Erinnerungen in Neid und Ärger verblassen. Das ist wirklich das Letzte was ich dir wünsche.

Reisen macht nicht Glücklich

Du solltest nicht reisen um dich besser zu fühlen, sondern um dich NOCH BESSER zu fühlen. Wenn du unzufrieden reist, bleibst du unzufrieden. Reisen bedeutet nicht, vor etwas wegzulaufen, sondern auf etwas Neues und Unbekanntes zu. Auch hier empfiehlt sich also die „Pack-Regel“, dass es besser ist unnötige Dinge Zuhause zu lassen und abzulegen. Frage dich daher vor der Reise, was du dir davon versprichst und was du vielleicht vorher klären und Zuhause lassen kannst.

Damit du aber wirklich auf eine hoffentlich glückliche Reise gehst, musst du dich auch selbst bewegen. Tatsächlich gibt es Menschen die um die Welt reisen – um dann im Hostel Zimmer auf dem Laptop die gleiche Serie schauen, wie sie es auch zuhause getan hätten; und erleben so weder Land noch Leute. Da kann man sich eine Menge Geld für den Flug und Hostels sparen. Das ist natürlich die krasseste Form des „Reise-Verweigerers“! Achte aber auch auf kleine Dinge und Gewohnheiten, die du vielleicht nicht bewusst tust und mache dich davon frei. Dadurch bist du offen für neue Eindrücke, neue Bekanntschaften und Erlebnisse – suche diese aktiv. Dann steht dir nichts im Weg, dass du dich noch besser fühlst und dies hoffentlich auch nach deiner Reise so bleibt.

Reisen ist gefährlich

Im Englischen gibt es eine Beschreibung dafür – den „Travelbug“. Ein fieses Ding, das, wenn es dich erwischt hat, so schnell nicht wieder loslässt. Richtig aber schlägt es erst zu, wenn du in der Heimat im gleichen Zimmer oder im gleichen Job sitzt und dich mit altbekannten Freunden triffst, die sich auch nach einer monatelangen Reise so gut wie gar nicht verändert oder weiterentwickelt haben. Es kann passieren, dass du es gar nicht mehr aushältst, lange an einem Ort zu bleiben. Ganz sicher aber wirst du dich so bald wie möglich in das nächste Abenteuer stürzen wollen. Einerseits ist es großartig die Vielfalt der Welt erlebt zu haben. Andererseits sind Routinen und Arbeitsalltag auch Bestandteil von fast Jedem von uns. Trotzdem sind sie nach all dem Erlebten oft nur schwer auszuhalten. Daraus eine gesunde Balance zu entwickeln ist die große Herausforderung, wenn das Reise-Abenteuer endet. Ich wünsche dir, dass du auch hier eine gute Lösung für dich findest.

Über Jonas vom JourneyBook Reisetagebuch

Ich bin überzeugt, dass es kein gutes oder schlechtes Reisen gibt, sondern dass du deine individuelle Art, die für dich gut ist, finden kannst. Ich hoffe, dir helfen meine Erlebnisse und Einsichten weiter und wünsche dir schon jetzt eine gute Reise. Halte dabei deine Erinnerungen fest und nimm dein JourneyBook Reisetagebuch (www.journey-book.de) mit. Das haben wir mit viel Liebe für dein nächstes Reiseziel entwickelt – oder verschenke es an andere Reisende. Aktuell gibt es neben Australien, Neuseeland und USA insgesamt 12 verschiedene Ziele – schau vorbei! Wir freuen uns über Feedback und Wünsche für neue Reiseziele…

Ein Gedanke zu “Wie das Reisen dein Leben verändert
  1. Toller Artikel zum „Reisen“ – danke hierfür! Und jeder, der viel unterwegs war und/oder ist, wird allem ohne Zögern zustimmen – und bekommt sofort Lust, auch selbst wieder loszuziehen.
    Mit einem Augenzwinkern möchte ich dennoch ergänzen: Auch im easy-going-Neuseeland sollte man als Tourist nicht auf unter Naturschutz stehenden geologischen Sensationen (die außerdem für die Maori eine mythologische Bedeutung haben) herumspringen (wie auf dem einen Bild zu sehen von einem Moeraki-Boulder zum nächsten) – auch wenn das so entstehende Foto natürlich sehr schön ist :))
    Respekt, wenn nicht sogar ein wenig Ehrfurcht steht ausländischen Besuchern bei Kultur- und Natur-Denkmälern sehr gut zu Gesicht. Zumal das Mineralgemenge dieser Boulders relativ spröde und empfindlich ist. Bei mehreren tausenden Touristen pro Jahr, die inzwischen diesen fantastischen Strandabschnitt besuchen, würden die ca. 4 Millionen Jahre alten mystischen Steinkugeln sonst in wenigen Jahren zerkrümelt sein – oder sie dürften nur noch aus der Entfernung bewundert werden, und das wäre doch schade, oder?

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