Moin, Vermummter!

Ja, dich meine ich: mal schwarz, mal bunt gekleidet. Auf Zille. Molotows im Marschgepäck. Letztes Wochenende in Hamburg beim G20-Gipfel. Mit viel Gewalt. Zu allem bereit.

G20, Gipfel, Demonstrationen, HamburgWeil du in Hamburg eine gewaltige Bühne wittertest, auf der du es mit deinen Kumpanen mal wieder so richtig scheppern lassen konntest. Damit G20, dieses Scheiß-Familientreffen, sich nicht in Belanglosigkeiten verliert, die Merkel ihren kapitalistischen Hintern in eurem Sinne bewegt und das träge Wohlstandsbürgertum, das sich von der big family komplett verarschen lässt, aufwacht?

Wir zählten viele verletzte Menschen, brennende Autos, geplünderte Geschäfte und nun bedrohte Existenzen. Durch Gewalt verängstigte Kinder und fliehende Anwohner. Ganze Straßen waren in kriegsähnlichem Zustand. Rauschschwaden und Sirenengeheul drei tage- und nächtelang.

Ach, du wolltest in Hamburg ja gar keinen Diskurs oder Konsens im Kontext strittiger Sachfragen erreichen. Du wolltest: bedrohen. Verletzen. Und zerstören.

Bist du befriedigt heim gekommen? Zu deinem Irrtum von Demokratie. Deinem unbedingten Fordern nach Gerechtigkeit für Alle und der utopisch, perfekten Welt?

Oder verkatert? Denn, wenn du nachdenken würdest, wüsstest du, dass die HamburgerInnen mit hanseatischer Weltoffenheit ihre Türen und Tore geöffnet haben.

  • Einerseits für die Großen dieser Welt, die sich konstruktiv auseinander setzen müssen angesichts vieler drängender Fragen. (So machen das kultivierte Erwachsene übrigens, wenn sie Meinungsverschiedenheiten haben. Sie streiten sich dabei auch mal konstruktiv.)
  • Andererseits für deinesgleichen, die deren Ansichten nicht teilen und dies kundtun können! Lautstark, wenn nötig. Selbstverständlich. (So etwas geht zum Glück in einer Demokratie, der edelsten Staatsform, die die Welt zurzeit zu bieten hat.)
  • Aber nicht mit Gewalt, nicht so!

Du hast deine Sinnlosigkeit zur Show gestellt.
Die Hamburger verraten.
Die Demokratie auch.
Und rein gar nichts bewegt.

Die Hamburger haben am Sonntag darauf mit einer unvergleichlichen Aufräum-Aktion geantwortet. Mit einem Schulterschluss gegen Gewalt. Der Großteil der Nation hat der Polizei ihren Respekt ausgesprochen. Das Bewusstsein für Verantwortung zeigt sich. Auch hier: Politiker werden auf deinen Aktionismus mit noch mehr Entschlossenheit gegen jeglichen Demokratiemissbrauch reagieren.

Der Vorhang ist gefallen.

Dein nächster Akt: Stelle dich, Vermummter!

Foto: Pixabay

6 Gedanken zu “Moin, Vermummter!
  1. Mit den Aktionen in Hamburg haben die Linksradikalen und Linksliberalen der Welt mal gezeigt, wie ihr Verständnis von Demokratie und Freiheit aussieht. Meiner Meinung nach ist deren Weltbild nicht anders als bei Stalin, den Nazis, der RAF oder beim IS: GEWALT.

    • Hallo „Staatsfeind“,

      aus welchem Grund nennst du dich so?

      Ich kann das Verständnis der „Randalierer“ nicht pauschal beurteilen. Menschen und ihre Beweggründe sind stets individuell, vielschichtig, komplex. Dass Gewalt kein Stilmittel zur politischen Auseinandersetzung ist, darüber sind wir uns einig. Um politische, sachliche Auseinandersetzung ging es Vielen „Vermummten“ wohl weniger.

      Wie würdest du denn das Weltbild, dass du bei ihnen vermutest, konkret beschreiben?

      Friedliche Grüße, ganz ohfamoose von
      Cornelia

  2. Ich habe Bedenken, dass die Angesprochenen das weder lesen noch diskutieren wollen. Der Text ist sehr gut! Ich hoffe auf Entspannung und Vernunft.

    • Liebe Gisela Stöhr,

      die Wahrscheinlichkeit ist vermutlich gering, da bin ich bei Ihnen. Und wenn nur Eine/r dies liest, dann hätten wir eben diesen Menschen erreicht. Aber davon abgesehen habe ich mit meinem Beitrag ein spontanes, persönliches Statement zu den Geschehnissen formuliert. Wir von ohfamoos wollen gerade auch bei diesen Themen Haltung zeigen.

      Ohfamoos grüßt auch Sie,
      Cornelia

    • Freut mich, liebe Sabine Ziegler! Ich brauchte bis Sonntagabend mit dem Schreiben, ansonsten wäre die Besonnenheit meinem Aufgebracht-sein zum Opfer gefallen. Was für ein Wochenende! Da die Medien uns ja im Sekundentakt die News vor die Haustür spülten, brodelte der Kessel ziemlich schnell. Was für ein Wochenende in der beschaulichen Hansestadt!

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