Hyggelig – so geht glücklich sein

Das sagt sich so leicht: Glück gehabt! Als ob Glück eine zufällige Begebenheit sei, auf die wir wenig Einfluss hätten! Weit gefehlt, denn tatsächlich kann den Dänen und Norwegern doch so viel Glück wohl nicht zufällig passieren. Wiederholt sind sie Spitzenreiter des Weltglücksreports. „Hygge“ heißt ihre Glücksformel.

Im Vergleich zu den Dänen und Norwegern haben und empfinden wir in Deutschland also deutlicher weniger Glück: Wir belegen Platz 16 von 155. Dabei zählen wir doch zu den wohlhabendsten Ländern! Was machen die Skandinavier also anders, wenn sie ihr Glück nicht nur einer großzügigen Portion Sternenstaub zu verdanken haben?

Eine Lebenseinstellung

Hyggelig zu leben ist hierzulande rasend schnell ein großer Trend geworden. Bücher, Blogs und Magazine widmen sich dem Glücksrezept, die Sehnsucht danach scheint groß. Dabei ist das Phänomen gar nicht so neu! Schon 1999 schrieb Helen Dyrbye „Die Vorliebe für hygge und das Bedürfnis danach ist ein wichtiger Teil der dänischen Mentalität. […] Es ist die Kunst, Intimität zu schaffen, ein Gefühl von enger Freundschaft, Heiterkeit und Zufriedenheit, alles kombiniert in einem Begriff.“ Weit mehr also, als für ein schönes Zuhause und nette Zusammenkünfte mit den Liebsten zu sorgen, wie uns manche Hygge-Experten glauben machen wollen.

Es geht vor allem um das innere Glücksempfinden, die Verbundenheit mit Anderen und vor allem: diese zu leben!

So sind Dänen und Norweger sehr gut darin, sich über Selbstverständlichkeiten klar zu werden und diese zu schätzen. Und sie haben ein echtes Interesse daran, sich im privaten wie beruflichen ihren Mitmenschen zu öffnen und am eigenen Leben teilhaben zu lassen. Außerdem, so heißt es, „lassen sie sich einfach ihre gute Laune nicht verderben“. Und sie genießen die schönen Seiten des Lebens, sind oft auch unvernünftig dabei. Ernährung, Alkohol- und Tabakgenuss entsprechen bei Vielen eben nicht dem Zeitgeist.

Ganz leicht nachzumachen

Schauen wir konkret, wie wir es uns hyggelig machen und damit zu unserem Glücksempfinden mehr beitragen können:

Ganz einfach: Mach‘ dein Zuhause schön!

Ganz lecker: Iss, was dir schmeckt – gemeinsam mit deinen Lieben!

Ganz ausbalanciert: Arbeite nicht mehr als nötig, genieße deine Freizeit!

Ganz authentisch: Stehe zu dir und nimm‘ dich nicht zu ernst!

Ganz oft: Lerne, die Kleinigkeiten im Alltag wirklich zu schätzen!

Hyggelig leben – ein guter Kaffee und Gebäck gehören bei den Dänen zum täglichen Ritual. Am liebsten in herzlicher Gesellschaft. (Foto: privat)

Kennst du ihr Freitags-Ritual? Die Dänen lassen gerne freitags die Arbeitswoche bei Pizza und Film mit Freunden ausklingen, statt sich erschöpft alleine vor den Fernseher zu setzen. Für ihre Gelassenheit sind sie ja auch bekannt. Flache Hierarchien und ein lockeres „du“ mögen sie lieber als abgrenzendes Status-Gehabe.

Es geht also darum, sich Zuhause und am Arbeitsplatz wohl zu fühlen. Und Zeit mit sich und besonders auch mit Anderen zu genießen. Ganz bewusst.

Während ich dies schreibe, freue ich mich auf die alljährliche, ganz ohfamoose Woche Auszeit auf der dänischen Halbinsel Römö. Sobald wir vier auf den Damm fahren, fällt der hektische Alltag von uns ab. Im Gepäck Hoodie und Jeans, Laufschuhe und Reithelm, dicke Bücher und Mützen. Unser reetgedecktes Haus macht einen herrlich hyggeligen Eindruck. Nur für die Köstlichkeiten müssen wir vorsorgen. Da haben wir den Dänen, finde ich, echt viel voraus!

Meik Wiking, CEO des Kopenhagener Instituts für Glücksforschung, hat für meinen Geschmack das beste Hygge-Buch geschrieben (Hygge – ein Lebensgefühl, das einfach glücklich macht). Besonders interessant finde ich sein neues Buch, das am 26.10. d. J. erscheint und der Sache auf den Grund geht: LYKKE: Der dänische Weg zum Glück. Es stellt die Grundregeln des glücklichen Lebens auf – wissenschaftlich erforscht, weltweit erprobt – und gar nicht so schwer nachzumachen.

Nun bist du dran: Was ist dein Hygge-Geheimrezept? Wir sind gespannt auf ohfamoose Tipps!

 

Fotos: Bank (bench-2354745_1280_PIXABAY) und Café (privat aufgenommen im Hattesgaard-Café, Römö/DK)

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