Der Tanz der Häsin – ein literarischer Balanceakt

Ein neues Buch hat uns aufgespürt – ein „Kunstroman“ und einer, der auch in anderer Weise grenzüberschreitend ist. „Der Tanz der Häsin“ wurde als Manuskript von vielen Verlagen schlicht abgelehnt, wie Autor Dieter R. Fuchs unumwunden zugibt. Und freut sich nun umso mehr, dass sein Werk schon nach kurzer Zeit diverse Auszeichnungen abräumt. Für ohfamoos erläutert der in München lebende Autor interessante Details.

Romane sollen vieles sein: Unterhaltsam, lehrreich, fantasieanregend… Wenn es nach den meisten Verlagen und Lektoren geht, sollen sie aber insbesondere auch schön bequem einem bestimmten Genre zugeordnet werden können. Oder sie fallen oft schon bei der Erstsondierung nach Einsenden eines Manuskripts durchs Raster. Manchmal sogar nur wegen der nicht einfachen Etikettier-Möglichkeit. Aber wird man damit den anspruchsvollen Leserinnen und Lesern wirklich gerecht?

Liegt nicht gerade im Grenzüberschreitenden ein ganz besonderer Reiz? Sinkt das Niveau eines zeitgeschichtlichen oder kunsthistorischen Exkurses denn wirklich, wenn der Autor als Rahmenhandlung eine romantische Liebesgeschichte wählt und mit den sachlicheren Handlungssträngen unterhaltsam verknüpft? Darf es nicht auch manchmal etwas komplexer und unverkrampfter zugehen, mit Genre-überschreitenden Inhalten, welche bewusst zu einer abwechslungsreichen Melange zusammenkomponiert werden?

Wer sich auf eine einfühlsame Reise in die Zeit und Gedankenwelt der Avantgarde vor hundert Jahren begeben will und gleichzeitig zwei turbulente Monate im Leben einer jungen Kunsthistorikerin im heutigen München miterleben möchte, sollte das Buch „Der Tanz der Häsin“ lesen.

Wie nebenbei erschließt sich hierbei die fast unbekannte Kunstrichtung der japanischen Miniaturschnitzereien, Netsuke genannt, und man erfährt, was diese mit der Malerei des deutschen Expressionisten Franz Marc und den Preziosen des russischen Hofjuweliers Carl Faberge´ zu tun hat – und mit der Protagonistin der romantischen Rahmenhandlung. Wobei so manche mystischen Aspekte die Fantasie bereichern werden.

Mit meinem Kunstroman „Der Tanz der Häsin“ durfte ich als Autor dieses Ausschlussverfahren wegen mangelnder Genre-Reinheit ausgiebig kennenlernen; gerade durch große Publikumsverlage offen angesprochen. Aber erfreulicherweise bestätigen Ausnahmen, wie so oft, die Regel. In diesem Fall begeisterten sich die Verlegerin Tanja Höfliger und ihr Fabulus-Verlag gerade aufgrund der ungewöhnlichen Themen- und Zeiten-überbrückenden Inhalte für diesen Roman. Und brachte ihn im September 2015 als attraktiv gestaltete Hardcover-Ausgabe in den Buchhandel.

Tanz-der-Haesin_Dieter-Fuchs_ohfamoos_smallIch wünsche allen meinen Lesern viel Freude! Und bitte gleichzeitig um Nachsicht, dass ich Schubladen-Denken ablehne und stattdessen ein buntes Kaleidoskop quer über viele Genres hinweg gestaltet habe.

Dieter R. Fuchs liebt die Vielfalt und das Leben. Nachdem ihn sein bewegtes Berufsleben als Forschung-Manager und Wissenschaftler fast durch die ganze Welt geführt hat, geniesst er es nun im Ruhestand in München, seine Erfahrungen und Begegnungen literarisch aufzuarbeiten und andere hieran teilhaben zu lassen. Was für ihn neben der Partnerschaft mit seiner Frau Ulla wertvoll ist: Fremde Kulturen, Kunst und ein immer wieder neu belebender Austausch mit Menschen aus der ganzen Welt!

Text: Dieter R. Fuchs
Foto: Ulla Fuchs

Der Tanz der Häsin
Autor: Dieter R. Fuchs
Fabulus-Verlag
ISBN: 978-3-944788-34-0

Wusstet Ihr?

  • Die Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW hat den Roman rezensiert und als „Sehr empfehlenswert“ und „Grundstock“ für Büchereien/Bibliotheken für Leser ab 16 Jahren und Erwachsene empfohlen.
  • Auch das Literaturradio Bayern hat bereits ausführlich über den Roman berichtet. Dieter Fuchs hatte bei einem Treffen der Freien Deutschen Autoren eine Lesung in München gehalten, mit einer Einführung in die Thematik „Netsuke“; die kleinen Kunstobjekte aus Japan beschäftigen den Autoren seit mehr als 30 Jahren!
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