Wien, die grüne Stadt!

Wien hat nicht nur prachtvolle Gebäude, sondern auch wunderschöne Parks und Gärten. Meine letzten Wien Tipps bezogen sich ja mehr auf die Innere Stadt, deshalb möchte ich Euch heute ein paar Tipps zu den Parks und Gärten der Umgebung geben. Im 18. Bezirk, Wien Währing, findet man wahre Ruheoasen. Und dann gibt es da noch die Kommentare unserer Gewinnerin, Natalie, die das Hotel Schani besucht hat und noch weitere erstklassige Tipps für Wien-Reisende mit uns teilt.

Tipp – Schlosspark Pötzleinsdorf

Vom Schottentor nimmt man die 41er Straßenbahn und ist in 20 Minuten in Pötzleinsdorf. Das ist die Endstation und dort befindet sich auch gleich der Eingang zum Schlosspark. Dieser Park wurde 1801 von Konrad Rosenthal, einem berühmten Kunstgärtner des Fürsten Rasumofsky, neu gestaltet und in einen viel bestaunten Landschaftsgarten im englischen Stil verwandelt.

Der Pötzleinsdorfer Schlosspark, der sich entlang des Wiener Walds zieht, ist mit seinen 354,000 m2 sehr weitläufig. So ist es auch nicht verwunderlich, dass man ab und zu Rehen begegnet.

Besonders beeindruckt hat mich der Frauenpfad, der gleich am Eingang des Parks ausgewiesen ist. Ich war neugierig. Was erwartet mich auf einem Frauenpfad?

Nachdem ich die erste Frauenstatue inmitten der Natur sah, war ich noch nicht viel klüger. Ach, dachte ich, da gibt es bestimmt noch mehr Skulpturen. Das stimmt wohl, denn hier haben vier Attikastatuen des 1881 ausgebrannten Ringtheaters einen neuen Aufstellungsort gefunden. Aber was hat das mit dem Frauenpfad zu tun? Meine Wanderlust und Geduld wurden belohnt. Schon bald sah ich die erste Tafel am Wegrand. Auf insgesamt 10 Tafeln entlang des Pfads wird die Geschichte der Frauenbewegung Wiens anschaulich erklärt. Die Tafeln laden immer wieder zum Verweilen ein – und während man zur nächsten Tafel spaziert, kann man gut über die Situation der Frauen seit 1911 nachdenken. Sehr empfehlenswert!

Montag bis Freitag ist der Schlosspark ab 7 Uhr geöffnet, an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen ab 8 Uhr. Mit Einbruch der Dunkelheit wird die Parkanlage gesperrt. Es besteht generelles Hunde- und Radfahrverbot.

Tipp – Türkenschanzpark

Für viele Wien -Liebhaber ist er der schönste Park Wiens. Er wurde am 30. September 1888 von Kaiser Franz Joseph I. eröffnet und sein Name geht vermutlich auf die Wiener Türkenbelagerung zurück, denn hier lag 1683 eine Schanze der Türken. Schilderungen oder Hinweise dafür gibt es aber keine.

Neben Teichen, Bächen und Springbrunnen findet man hier auch eine Reihe von Denkmälern, etwa für den Dichter Adalbert Stifter oder die Komponisten Franz Marschner und Emmerich Kálmán. Und seit 1999 gibt es eine große „Freizeitwelt“ mit Ballsportanlagen und einer Skateanlage.

Was mich jedoch am meisten fasziniert, sind die ‚Bankerl‘. Nirgendwo auf der Welt habe ich einen Park gesehen, der mehr Bänke zum Ausruhen und Verschnaufen bietet. Es ist wunderbar. Hier sitzen Jung und Alt nebeneinander und genießen die Natur. Man plaudert, liest Zeitung oder tratscht mit dem Freund oder der Freundin.

Wer Hunger hat, kann sich in der Meierei Diglas verwöhnen lassen. Ein sehr nettes Restaurant im Park, das ein ganz ausgezeichnetes Wiener Schnitzel serviert 🙂

Tipp – beim Heurigen ‚Sirbu‘

Wiener WeinbergeIn den 80ger Jahren waren die Heurigen oft übervölkert mit Touristen aus aller Herren Länder. Das ist heute nicht mehr so. In der Kahlenbergerstraße 210 trifft man hauptsächlich Wiener und deren Gäste. Idyllisch gelegen, mit Blick auf den Leopoldsberg, lässt man hier den Tag ausklingen.

Gute Laune, entspannte Atmosphäre und nette Gespräche an einem lauschigen Sommerabend. Die Wiener wissen was gut tut. Man sitzt auf Bierbänken an schmalen Tischen, die auf den Terrassen am Berg aufgestellt sind. Das Buffet – die Speisen muss man sich holen – bietet Liptauer mit Soletti oder Brezen, Bratwurst mit Erdäpfelsalat oder Spinatstrudel mit Joghurtsauce. Jeder findet was nach seinem Geschmack. Und dazu trinkt man einen Gemischten Satz, gerne mit Soda gespritzt.

Aber nicht nur ich mag Wien. Auch Natalie, die bei unserm Wien-Gewinnspiel zwei Frühstücksgutscheine im Hotel Schani gewonnen hatte, hat uns ihre Tipps verraten. Schließlich lebt Natalie seit Jahren in der österreichischen Metropole. Auch sie mag das grüne Wien: Im Schani, das ganz zentral am Hauptbahnhof lebt, war ihr vor allem „lebendige Grün“ aufgefallen. Denn Schani’s Garten ist ein kleiner, fast wilder Hotelgarten mit vielen Pflanzen mitten in Wien.

Hier die Tipps von Natalie, die meine sehr schön ergänzen:

  • das Café Latte auf der Neubaugasse (in dessen Hof im Sommer feiner Wasserstaub für Erfrischung sorgt & hier gibts den besten Aperol Spritz)
  • den unscheinbaren aber besten Vietnamesen Pho Cho Lon in der Zieglergasse
  • Junn Bar für fancy Sushi mitten im Ersten Bezirk
  • Und für die, die Österreich wirklich kennenlernen wollen: Das fast unscheinbare Bellaria Kino am Volkstheater, wo sie nur österreichische Filme spielen, man noch ein Retro-Original Kinoticket zum „Ecke abreißen“ bekommt und in einem Saal mit freier Platzwahl wie im Wohnzimmer bei Freunden sitzt und Josef Hader brillieren sieht.

Natalies „Ultrageheimtipp“: Der Ungargrill auf der Burggasse, der weder ungarisch, noch auf Grillspezialitäten ausgerichtet sei. Dafür von „supernetten, interessanten Leuten“ besucht würde, was sie auf Mitarbeiter als auch Gäste bezieht.

Und, um ans grüne Wien anzuknüpfen: Auch der Ungargrill hate einen wunderschönem Gastgarten, den man nicht vermuten würde. „Irre fancy Einrichtung und coole Musik“, schreibt uns Natalie, die an diesem Ort „lange nicht mehr so viel Freude“ hatte wie an eben dieser Entdeckung.

Fotos: Sonja Ohly

Ein Gedanke zu “Wien, die grüne Stadt!
  1. Ach wie wunderbar – wer das Glück hat, Freunde in Wien zu haben und diese regelmäßig besuchen zu dürfen, kann diesen schönen Blogbeitrag und die Tipps darin nur bestätigen – ich unterschreibe jeden einzelnen davon!
    Und möchte eine Lokalität ergänzen, die manchmal als Touristen-Magnet bezeichnet wird, aber trotzdem immer einen Besuch wert ist: Das „Schweizer Haus“ am Prater, auch mitten im Grünen und eine Wiener Institution. Das Original Budweiser vom Fass ist ein Gedicht und der Schaum auf dem frisch gezapften Gerstensaft macht jeder Portion Salzburger Nockerl Konkurrenz, so fest und berghoch ragt er aus dem Krügerl! Und wenn das sogar einen in München Lebenden begeistert, muss doch was Besonderes dran sein, oder? :))))

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.